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News

Der letzte Mohikaner
Nach dem Roman von James Fenimore Cooper
Von Roland Mörchen und Volker Ullmann
2 D, 10 H, 1 Simultandek.

Magua, Häuptling der Huronen, sinnt auf Rache: Seine Familie wurde im Auftrag von Oberst Munro grausam ermordet. Er entführt Munros Töchter Alice und Kora. Alice wird einem Delawarenhäuptling als Frau versprochen, auf Kora erhebt Magua selbst Anspruch.
Lederstrumpf und der Mohikaner Chingachcook mit seinem Sohn Unkas verfolgen Magua und können Munros Töchter befreien. Auf der Flucht vor den Huronen verliebt sich Kora in den jungen Unkas. Doch ihr Glück währt nur kurze Zeit: die Huronen entdecken das Versteck der Flüchtigen und nehmen die Schwestern wieder gefangen.
Nun beginnt eine spannende Verfolgungsjagd, in der Chingachcook sein Leben für seinen Sohn Unkas opfert - und Unkas zum "letzten Mohikaner" wird.

Dieses Stück eignet sich für Freilichttheater


Janis - Piece of my Heart
Eine Hommage an Janis Joplin
Von Marion la Marché und Jürgen Flügge
1 D, 1 Dek.

Janis Joplin, das behütete Wohlstandskind aus einer bürgerlichen Kleinstadt im Staat der Todesstrafe, der Waffenfetischisten und der kriegerischen Präsidenten - dem Staat Texas. Eine Geschichte über Erfolg und Angst, Aufstieg und Untergang, über die Flucht in Drogen - und deren absolute Konsequenz.
Alles beginnt im Zimmer eines Hotels in Larkspur. Janis erwacht aus dem Rausch der letzten Nacht um festzustellen, dass sie sich eigentlich im Tonstudio in L.A. befinden sollte. Der Versuch, dieses Zimmer zu verlassen, scheitert, und so muss Janis sich mit ihrer, bereits von Drogen und Alkohol zerstörten und "verrückten" Realität alleine auseinandersetzen. In Ihrer Verwirrtheit redet sie mit Personen, die aus dem "Off" zu ihr sprechen, Familie, Freunde, Mitmusiker und Wegbegleiter - ständig trinkend und hadernd mit ihrer Umgebung merkt sie zu diesem Zeitpunkt nicht, dass sie sich bereits in der Schattenwelt zwischen Leben und Tod befindet.

Marion La Marché zeigt dem Zuschauer schonungslos, wie es einem Junkie ohne Stoff gehen kann, um dann im nächsten Moment mit voller Wucht wieder einen von Janis Joplins größten Songs zu singen. Im Kontrast dazu stehen aber auch Szenen zum Schmunzeln, sich fallen lassen und spüren, dass einer Schauspielerin und großartigen Sängerin wie Marion La Marché der Bogen ins Hier und Heute verblüffend einfach gelingt: Sie erzählt am Bühnenrand, quasi im Off, aus der eigenen Jugendzeit, vom Vater, der Mutter und ihren eigenen Ängsten als Teenager.

Die vom Erfolg und den Drogen gespaltene Persönlichkeit Janis Joplin geht aufs Ganze, sie flucht, hadert mit Gott, schreit und singt sich die Seele aus dem Leib. Die Königin der Rockmusik stirbt nicht an einer Überdosis Heroin, sondern an einer Überdosis Janis.



Jimmy on the Road
Von Thorsten Böhner
1 D, 3 H, 1 Dek.

Jim Morrison, legendärer Sänger der Rockgruppe "The Doors", sorgte in den 60er Jahren mit seinem ungezügelten Verhalten auf und hinter der Bühne und vor allem im täglichen Leben für Aufsehen, das seinesgleichen sucht. Wie viele andere seiner Zeit war er auf der Suche nach neuen Ufern, fernab von den konservativen Zwängen des Elternhauses. Er verfing sich mehr und mehr in einer Spirale aus Sex, Gewalt und Drogen. Neben Gitarrengott Jimi Hendrix und Bluesröhre Janis Joplin gilt er als das Rockidol der 60er - eine Rolle, der er sich stets zu entziehen versuchte, was ihm aber, trotz seines frühen Todes mit 27 Jahren, nicht gelang.
In diesem Stück trifft Jim Morrison nach langer Irrfahrt auf einen Vertreter des prüden Amerikas der 60er. Die beiden liefern sich ein perfides Duell; Jim durchlebt dabei die wichtigsten Stationen seines Lebens noch einmal. Das Ganze gerät zur schonungslosen Abrechnung mit allen, zu denen er zeitlebens eine Hassliebe empfand: Eltern, Bruder, Bandkollegen, Plattenbossen und Groupies, Presse und Publikum, letztlich sogar eine Abrechnung mit Uncle Sam höchstpersönlich.

Eine Rock-Geschichte mit vielen Details, die auch den Hintergrund der Legende Morrison beleuchten.


Tartuffe
Nach Molière
Bearbeitung von Andreas Schindler
4 D, 8 H, 1 Dek.

Wer sich über den genauen Ablauf einer Molière-Komödie vor der Aufführung
unterrichten will, dem müsste wegen Humorlosigkeit die Eintrittskarte entzogen werden, und auch der Versuch, die Handlung zu erzählen, wäre unter bittere Strafe zu stellen. Diese Komödien sind so klar, dass sie keiner Erläuterung bedürfen, und dort, wo etwas in der Schwebe bleibt, sollte es auch nach dem Schlusstableau nicht ausgesprochen werden.
Doch so viel: die Geschichte spielt im Hause des wohlhabenden Pariser Bürgers Orgon. Dieser ist, wie seine Mutter, eine bigotte Familienkommandeuse, von der Frömmigkeit eines Herrn Tartuffe so sehr entzückt, dass er ihn in sein Haus aufnimmt. Er entzieht dem Verlobten seiner Tochter die schon gegebene Zustimmung zur Heirat, setzt Tartuffe als seinen Erben ein und überschreibt ihm sein ganzes Vermögen. Doch der Betrüger Tartuffe kann nur so lange den Frommen spielen, bis Orgon ihn in einem Gespräch belauscht: enttäuscht jagt Orgon den Heuchler aus dem Haus. Doch dieser, in Besitz der Vermögensverschreibung, will nun ihn und seine ganze Familie aus dem Hause jagen und Orgon mittels eines Haftbefehls, durch eine politische Denunziation beim König erwirkt, hinter Gitter setzen lassen.
Ein Stück von 1664. Oder von heute? Orgons Familie hat mehr Angst vor dem Skandal als vor der Aufdeckung des Bösen. Diese Welt der scheinheiligen Konventionen ist genau der richtige Nährboden für den scheinheiligen Tartuffe; dieser und seine Umwelt sind sich in ihrer verlogenen Unmoral fast ebenbürtig. Jeder von ihnen würde handeln wie Tartuffe, hätte er die Chance dazu.
Sofort nach der Uraufführung wurde die Komödie verboten. Erst nach fünf Jahren konnte der König eine gemilderte Fassung des "Tartuffe" freigeben.
Molière hatte erbitterte Feinde im Klerus, in den Salons, bei der Armee und im Bürgertum. Er zeigte den Spiegel einer Gesellschaft, die lieber den Spiegel zertrümmerte, als dass sie sich geändert hätte.

UA dieser Bearbeitung 1.Juli.2010 Schlossfestspiele Ettlingen


Der Mann mit der Eisernen Maske
Mantel- und Degen-Stück von Roland Mörchen und Volker Ullmann
4 D, 11 H, wandelbare Dek.

König Louis XIV. feiert Feste und führt Krieg, während das französische Volk unter hohen Steuern zu leiden hat und hungern muss. Louis zeigt sich nicht nur für die Verlockungen der Macht, sondern auch für die weiblichen Reize sehr empfänglich. Sein neuester Flirt heißt Louise La Vallière, eine Hofdame, die mit Raoul, Athos Sohn, verlobt ist. Weder dieser Umstand noch die Intervention der Königin-Mutter kann den König davon abhalten, Louise den Hof zu machen.
Der ehemalige Musketier Aramis schmiedet mit Gleichgesinnten einen Plan zur Beseitigung des Königs. Gleichzeitig plant Alfonso de Garacia, der ehemalige Geliebte der Prinzessin von Spanien und jetzigen Königin von Frankreich, Louis zu ermorden.
In der Bastille schmort seit kurzem ein Mann mit einer eisernen Maske: Es ist Philippe, Louis‘ Zwillingsbruder, den Aramis mit seinen Freunden Athos und Porthos wagemutig aus der Bastille befreit, um ihn heimlich an die Stelle des Königs zu setzen. Allerdings hat Aramis nicht mit der Königstreue seines engsten Freundes d’Artagnan, dem Hauptmann der Musketiere, gerechnet: Er lässt seine alten Freunde festnehmen. Gegen seinen König stellt er sich erst, als dieser entgegen seinem Versprechen Aramis, Athos, Porthos und Fouquet hinrichten lassen will.



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